Heißhunger vor der Periode: Woher kommt der Hunger auf Süßes und Salziges?
Kreisen deine Gedanken kurz vor der Periode nur noch um Schokolade, Chips und Pizza, kannst du dieses Verlangen getrost auf die Hormone schieben. Und keine Sorge: Nicht nur dir geht es so. Nach dem Eisprung verschieben sich hormonelle Signale, die deinen Hunger, deine Stimmung und den Stoffwechsel beeinflussen. Das Ergebnis ist unter anderem Heißhunger auf Süßes oder Salziges. Die wichtigsten Stellschrauben sind jetzt regelmäßige Mahlzeiten, cleane Carbs, ausreichend Wasser und Bewegung. Willst du es genauer wissen? Let's go.
In welcher Zyklusphase tritt das starke Hungergefühl auf?
Starkes Hungergefühl erwischt viele Frauen vor allem in der zweiten Zyklushälfte. Besonders in den 7 bis 10 Tagen vor der Regel drehen die Gelüste auf Süßes oder Salziges oft richtig auf.
Nach deinem Eisprung startet die prämenstruelle Phase, auch Lutealphase, in der dein Appetit plötzlich von 0 auf 100 voll aufdrehen kann und du immer wiederkehrende Veränderungen in deinem Essverhalten beobachtest. Kuchen und Schokolade, aber auch Chips, Burger und Pizza landen jetzt öfter auf deinem Radar – und nicht selten auch in deinem Magen.
Man spricht jetzt auch vom prämenstruellen Syndrom (PMS). Neben dem starken Hungergefühl können dabei noch weitere körperliche und emotionale Signale und Beschwerden auftauchen, zum Beispiel:
- Stimmungsschwankungen
- Brustspannen
- Schmerzen im Unterleib
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Reizbarkeit
- innere Unruhe
Woher kommt der Heißhunger vor der Menstruation?
Heißhunger vor der Menstruation entsteht durch hormonelle Veränderungen im Zyklus. Vor allem steigendes Progesteron und sinkendes Östrogen beeinflussen deinen Körper, deinen Stoffwechsel sowie das Gehirn und triggern Heißhungerattacken.
Progesteron übernimmt das Steuer
Nach dem Eisprung beginnt die zweite Phase: Der Östrogenspiegel sinkt leicht und Progesteron übernimmt das Kommando. Das "Schwangerschaftshormon“ bereitet deinen Körper auf eine mögliche Empfängnis vor. Dafür müssen natürlich Reserven angelegt werden. Wundere dich also nicht, wenn du jetzt stärker auf Food-Reize reagierst. Eine Studie zeigt, dass Frauen kurz vor der Menstruation stärker auf Bilder mit hochkalorischen Lebensmitteln reagieren.
Stoffwechsel im Energie-Modus
In dieser "heißen" Zeit arbeitet der Stoffwechsel etwas aktiver und verbraucht mehr Energy. Mehr Verbrauch steht hier im Zusammenhang mit mehr Bedarf. Dein System fordert Nachschub. Genau hier entstehen oft intensive Gelüste. Das ist kein Kontrollverlust, sondern eine logische Reaktion deines Körpers auf veränderte Rahmenbedingungen.
Futtern aus Frust
Auch andere Hormone spielen eine Rolle. In der prämenstruellen Phase sinken die sogenannten Glückshormone Dopamin und Serotonin. Das kann zu Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen führen. Mithilfe von Zucker und Co. versucht unser Gehirn nun, diese auszutricksen und die gute Laune wiederherzustellen. Unbändiger Appetit hat also nicht nur biologische, sondern auch psychologische Trigger.
Tritt Heißhunger auch in anderen Lebensphasen auf?
Heißhunger kann nicht nur im Zyklus auftreten, sondern auch während der Schwangerschaft, Stillzeit oder in den Wechseljahren, wenn sich Hormone, Stoffwechsel und Energiebedarf verändern.
- Schwangerschaft: Progesteron steigt jetzt deutlich an und legt Reserven für dich und das Baby an. Dein Stoffwechsel hat den Turbo-Modus aktiviert und fordert Energie (und davon am liebsten eine ganze Menge).
- Stillzeit: Beim Stillen arbeitet dein Körper im Dauerbetrieb und du verbrennst deutlich mehr Energie. Mit anderen Worten: Stetiger Nachschub ist gefragt.
- Wechseljahre: Östrogen und Progesteron sinken dauerhaft, was Stoffwechsel, Gehirn und Appetit beeinflusst. Stimmungsschwankungen und Cravings gehören dazu. Keine Sorge, das ist völlig normal.
Und sollte dich in ganz anderen Situationen der Heißhunger packen, erfährst du hier, welche Ursachen das haben kann.
Was kann ich bei starkem Hunger vor der Periode tun?
Gegen starkes Hungergefühl setzt du auf ausgewogene und gesunde Ernährung mit guten Carbs, trinkst ausreichend Wasser und planst auch Sport und Entspannung ein. Hier einige Tipps:
- Iss ausgewogen
Lässt du Mahlzeiten aus, fährt dein Blutzucker Achterbahn. Das verstärkt das Verlangen nach schnellen Kohlenhydraten. Wer regelmäßig isst, kann unbändigen Appetit besser unterdrücken. Drei Hauptmahlzeiten plus ein geplanter Snack sind ein solides Setup.
- Setze auf cleane Kohlenhydrate
Pommes und Eis sind nicht immer die besten Carbs. Komplexe Kohlenhydrate liefern dir konstante Energie. Ein kohlenhydratreiches Frühstück mit Vollkornbrot, Haferflocken, Nüssen und Obst bringt dich stabil in den Tag. Kombiniere das Ganze am besten proteinreich mit Joghurt oder Skyr.
- Nährstoffe bewusst ergänzen
Auch eine Supplementation mit Mikronährstoffen spielt eine Rolle. Magnesium und Vitamine der B-Gruppe tragen zu einer normalen Funktion des Nervensystems und zum Energiestoffwechsel bei. Omega-3-Fettsäuren sind ebenfalls ein beliebter Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.
- Hydration first
Durst wird oft als Hunger missverstanden. Bevor du zu Schoki und Chips greifst, trinke zunächst ein großes Glas Wasser und schau, ob bereits eine Wirkung eintritt und sich an deinem Appetit etwas verändert. Unser Tipp: Starte jeden Tag mit einem großen Glas Mineralwasser und halte deine Bottle griffbereit, damit du auf mindestens 2 l täglich kommst.
- Nutze Sport als Ventil
Sport ist nicht nur gut für deinen Body, sondern steigert auch dein Wohlbefinden, indem es das Glückshormon Dopamin freisetzt. Deshalb probiere doch mal aus, ob das gute Gefühl nach einem intensiven Training auch deine Naschlust reduziert.
- Tu dir bewusst etwas Gutes
Nicht jedes starke Hungergefühl ist echter Energiebedarf. Manchmal brauchst du Entspannung. Ein Spaziergang, Me-Time oder ein warmes Bad unterstützen dich, emotionale Trigger zu erkennen, statt sie mit Süßigkeiten zu kompensieren.
Weitere Tipps gegen Heißhunger kannst du hier nachlesen.
Häufig gestellte Fragen
Warum sehe ich vor meiner Periode so dick aus?
Viele Frauen bemerken vor der Periode Wassereinlagerungen und haben ein aufgeblähtes Gefühl. Das ist völlig normal und verschwindet meist nach kurzer Zeit wieder.
Wie viel nimmt man kurz vor der Periode zu?
In den meisten Fällen geht es nicht um Fett, sondern um Wasser. Schwankungen von etwa 0,5 bis 2 kg kannst du hier als "normal" verbuchen. Nach dem Einsetzen der Blutung geht das Gewicht oft direkt wieder runter.
Sollte ich Heißhunger ignorieren oder ihm nachgeben?
All or Nothing funktioniert selten. Besser ist ein kontrollierter Gameplan. Plane bewusst einen Snack ein, statt impulsiv zu Süßigkeiten zu greifen. Struktur schlägt Willenskraft. So bleibst du mental entspannt und körperlich on track.
Hilft Sport gegen Heißhunger vor der Periode?
Movement kann dazu beitragen, Stress abzubauen und dein Mindset zu resetten. Viele Frauen und Mädchen fühlen sich nach dem Training ausgeglichener. Dafür brauchst du kein Hardcore-Workout. Moderate Sessions reichen völlig, um im Flow zu bleiben.
Welche Mini-Meals sind besser als Schokolade oder Eis?
Kleine Energie-Happen mit guten Kohlenhydraten plus Protein liefern konstantere Energie. Beispiele: Banane mit Nussmus, Joghurt mit Beeren oder ein Proteinshake.
Kann ich Wassereinlagerungen reduzieren?
Genug Wasser zu trinken kann dazu beitragen, sich leichter und wacher zu fühlen, auch wenn das paradox klingt. Bewegung und ausgewogene Ernährung können dir zusätzlich helfen.
Fazit
Frauen kennen das Phänomen nur zu gut: Eben hattest du noch alles im Griff und im nächsten Moment schreit alles in dir nach Schokolade. Das ist kein Weakness-Moment, sondern Biologie in Action. Entscheidend ist jetzt dein nächster Move. Stabilisiere deinen Tag mit regelmäßigen Mahlzeiten, gesunden Nahrungsmitteln, cleanen Kohlenhydraten und ausreichend Flüssigkeit. Plane Snacks bewusst statt impulsiv ein. Beobachte deinen Zyklus, erkenne Trigger und optimiere Schritt für Schritt. Kurze Mindset-Sequenz: Du steuerst dein System, nicht umgekehrt.
Quellen:
Universität Gießen, Heißhunger auf Süßes und Salziges kurz vor der Menstruation — JLU
gesund.bund.de Prämenstruelles Syndrom (PMS): Behandlung | gesund.bund.de
Kaufmännische Krankenkasse: Frauengesundheit: Die Ernährung abgestimmt auf jede Phase des Menstruationszyklus | KKH
Kammoun I, Saâda WB, Sifaou A, Haouat E, Kandara H, Salem LB, Slama CB: Veränderung der Essgewohnheiten von Frauen während des Menstruationszyklus – PubMed