Die Kletterausrüstung – was brauche ich zum Klettern?Wer regelmäßig klettern möchte, benötigt Kletterschuhe, einen Gurt, Verschlusskarabiner und ein Sicherungsgerät. In einer Kletterhalle kann sich in der Regel alles geliehen werden. Es lohnt sich jedoch, seine eigene Ausrüstung mitzubringen, um sicherzugehen, dass alles wie angegossen passt und du dein eigenes Sicherungsgerät hast, mit dem du wirklich umgehen kannst. Worauf ist zu achten, wenn ich mir eine eigene Kletterausrüstung zulegen möchte? Alle Ausrüstungsgeräte müssen in Deutschland genormt sein. Das bedeutet, dass sie Zertifizierungen durchlaufen mussten und geprüft worden sind. Vom billigsten Klettergurt bis zum teuersten – geprüft sind sie alle. Die Kletterschuhe Gute Kletterschuhe erhöhen das Gefühl für die kleinen Tritte und ermöglichen dir durch die Gummisohle einen sicheren Stand. Sie sitzen zwar sehr eng, sollten aber keine starken Schmerzen verursachen. Daher ist es wichtig, die Schuhe vor dem Kauf zu testen. Viele Markenhersteller fertigen unterschiedliche Passformen an. Um deinen passenden Schuh zu finden, teste einfach ein paar Schuhe im Fachgeschäft aus. Sie kosten im Durchschnitt zwischen 55€ und 160€. Die VerschlussartenViele Marken unterscheiden zwischen Klettverschluss, Slipper oder Schnürschuh. Was genau gewählt wird, ist meist Geschmackssache. Der Schnürschuh (Lace-up) hat den Vorteil, dass er genau angepasst werden kann. Er wird häufig bei längeren Strecken verwendet, bei denen die Schuhe nicht allzu schnell drücken. Nachteil ist jedoch der Zeitverlust beim An- und Ausziehen. Die Schuhe mit Klettverschluss ("Velcros") können schnell an- und ausgezogen werden. Sie eignen sich sowohl zum Klettern an der Wand, am Felsen und auch für längere Strecken. Auch zum Bouldern sind sie geeignet, da man hier die Schuhe sehr eng trägt und öfter mal an- und auszieht. Slipper haben weder Schnürung noch einen Klettverschluss. Sie werden durch ein Gummiband am Rist des Fußes gehalten und lassen sich besonders schnell an- und ausziehen. Sie müssen so eng gekauft werden, dass sie perfekt passen, denn sie können nicht angepasst werden. Die Sohle Kaufe für den Anfang keine Schuhe mit extrem harter oder weicher Sohle. Weichere Sohlen sind häufig für Reibungsklettereien geeignet (schräge Platten mit kaum richtigen Tritten). Sie sind zwar bequem zu tragen, brauchen jedoch viel Kraft, um auf den Tritten zu stehen. Harte Sohlen sind geeigneter für richtige Tritte, eignen sich aber weniger auf Platten. Sie sind nicht so flexibel, bieten den Füßen aber mehr Stabilität und entlasten die Muskulatur. Kletterschuhe haben kein Profil und keine Absätze, deshalb läuft es sich in ihnen auch nicht besonders gut. Als Devise gilt: Je länger die Kletterstrecke, desto härter die Sohle. Für den Anfang wähle einen mittleren Härtegrad für die Sohle aus! Die Größe Die Größe der Schuhe unterscheidet sich je nach Marke. Früher ging man davon aus, dass die Kletterschuhe 1 - 2 Nummern kleiner als die Straßenschuhe sein sollten. Das ist jedoch veraltet, da die Größe der Schuhe von den Markenherstellern inzwischen angepasst worden ist. Teste also einfach ein paar Schuhe! Wenn du im Schuh noch hin- und herrutschen kannst, sind sie noch zu groß. Wenn du nach fünf Minuten Tragen Schmerzen hast, sind sie zu eng. Der Klettergurt Der Klettergurt ist die Verbindung zwischen dem Kletterer und dem Seil und dient somit der Absicherung. Auch hier gilt: Nimm dir Zeit beim Kauf, denn der Gurt sollte auch beim längeren Tragen nicht einschneiden und bequem sitzen. Der Hüftgurt (Sitzgurt) sollte den Rumpf auf Bauchnabelhöhe gut umschließen. Achte daher darauf, dass er nicht zu tief (wie bei einer Hüfthose), aber auch nicht zu hoch sitzt. Die Beinschlaufen sollten nicht schlackern, sondern so fest sitzen, dass eine Hand noch dazwischen geschoben werden kann. Es gibt Beinschlaufen zum Verstellen und feste Schlaufen. Ein Verstellen ist sinnvoll, wenn mit unterschiedlicher Kleidung (z.B. dickerer Hose im Winter) geklettert wird. Die Klettergurte kosten rund 40€ bis 130€. Sicher sind sie alle, da Klettergurte in Deutschland generell durch Zertifizierungen geprüft worden sind. Das SicherungsgerätRichtig sichern zu können, ist beim Klettern das A und O. Damit die richtige Sicherheitstechnik in Fleisch und Blut übergeht, sollte für den Anfang mit dem HMS (Halbmastwurf) gesichert werden. Das Seil läuft durch einen HMS- Karabiner und ermöglicht der sichernden Person, dem Kletternden viel Seil zu geben. Stürzt der Kletterer, zieht sich der Knoten sofort zu und stoppt den Sturz. Vorteil: Der Knoten ist universell einsetzbar, bremst in jede Sturzrichtung und ist einfach zu handhaben. Nachteil ist jedoch der hohe Seilverschleiß und, dass diese Sicherung zu Krangeln (Verdrehung des Seils) neigt. Wird diese Sicherheitstechnik beherrscht, können weitere Sicherungsgeräte genutzt werden. Der Abseilachter ist in der Grundform aus zwei miteinander verbundenen Metallringen unterschiedlicher Größe zusammengesetzt. Vorteil ist: Im Gegensatz zum HMS verringert der Achter die Gefahr, dass sich das Seil zu sehr verdreht (Krangelbildung). Er lässt sich leicht bedienen und hat kaum Fehlermöglichkeiten. Der Seilverschleiß ist im Gegensatz zum HMS deutlich geringer. Jedoch kann auch dieser beim Abseilen heiß werden. Die halbautomatischen Sicherungsgeräte wie Grigri, Antzbremse, Tre Sirius, Yoyo, Cinch oder Eddy sind zwar erst einmal kompliziert – jedoch später kaum noch wegzudenken. Ist das belastete Seil erst einmal blockiert, braucht die Bremshand nicht mehr krampfhaft das Seil festzuhalten. Sie sind handlich und geben zusätzliche Sicherheit durch automatisches Blockieren im Sturzfall. Die Handhabung ist jedoch nicht immer einfach, denn kleine Bedienungsfehler können die Funktionsweise des Geräts außer Kraft setzen. Deshalb gilt beim Gebrauch dieser Geräte: Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle! Sichern mit Tubes ist die sogenannte "Knick-Brems-Idee". Sie sind leicht zu bedienen und werden besonders gerne von Einsteigern bevorzugt. Vorteil ist, dass sie auch beim falschen Einlegen des Seils nicht gleich die Funktionsweise verlieren, zudem sind sie handlich und leicht zu bedienen. Nachteil ist, dass nur direkt am Körper gesichert werden kann und ein Nachsteiger nicht ohne Weiteres gesichert werden kann. Das Sicherungsseil Kletterseile sind in Kletterhallen meistens schon vorhanden und müssen für Anfänger nicht extra gekauft werden. Normalerweise sind Einfachseile vorhanden, deren Durchmesser zwischen 8,9 und 11 mm liegt. Ein Zwillingsseil (Doppelseil) wird bei langen Routen mit Zwischensicherungspunkten verwendet, wenn man sich danach über diese auch wieder abseilt. Bei der Wahl der passenden Kletterausrüstung gilt also: Probieren geht über studieren!
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